Predigt zum 20. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Gläubige!
Eine schwierige Botschaft Jesu haben wir im heutigen Evangelium gehört! Kein Wunder, dass die Juden damals den Kopf geschüttelt haben und sich gefragt haben: Was soll das, wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Es geht uns heute genauso! Wir können das Evangelium nur verstehen, wenn wir uns über die Schlüsselwörter Brot, Fleisch, Blut, klar werden.
Brot bezeichnet zuerst das Lebensnotwendige. Brot als Grundnahrungsmittel das zum Überleben notwendig ist. Brot das vom Himmel kommt war für die Juden das Manna in der Wüste. Gott hat also seinem Volk das Lebensnotwendige gegeben, nicht auf Grund ihres Verdienstes oder ihrer Leistungen, sondern auf freier Liebe. Manna war von da an das Symbol dafür, dass sich Gott um sein Volk sorgt, es war Symbol der Liebe Gottes. Wenn Jesus jetzt sagt, ich bin das lebendige Brot das vom Himmel herabgekommen ist, dann meint er, er ist die Fleisch gewordene Liebe Gottes. Wie damals in der Wüste Gott sein Volk durch das Manna vor dem Hungertod errettet hat, so rettet das neue Manna (also die Liebe Gottes), Jesus Christus, die Menschen vor dem ewigen Tod. Jesus Christus ist nämlich der Garant für das ewige Leben bei Gott, weil er durch den Tod hindurch gegangen ist und mit seiner Auferstehung gezeigt hat, dass das Leben nach dem Tod Wirklichkeit ist.
Somit sind wir schon beim zweiten Schlüsselwort: dem Fleisch: Fleisch war für die damaligen Menschen nicht so sehr das Schweinerne auf dem Teller, sondern es hatte im religiösen Sinn eine eher negative Bedeutung. Dem geistlichen und frommen Menschen stand der fleischliche gegenüber. Fleisch war im Altertum ein Luxusgut. Wer Fleisch essen konnte war reich und mächtig, also eher der Welt und dem Vergnügen zugewandt. Außerdem lebte, wer damals reich war, meist auf Kosten der Anderen. Mit Fleisch wurde also meist alles Weltliche, Menschliche und Sündige umschrieben. Wenn jetzt Jesus von seinem Fleisch spricht, dann meint er seine menschliche Erscheinungsweise, sein menschliches weltzugewandtes Leben. Wenn Jesus dann sagt, die Menschen sollen sein Fleisch essen, dann meint er damit, dass sie sein menschliches Leben verinnerlichen sollen. Fleisch Jesu essen bedeutet also, so zu leben, wie er selbst gelebt hat.
Nun zum Blut: Blut war für die Menschen damals das, was alles Lebendig macht. Wenn das Blut ausläuft kommt der Tod, also muss das Blut der Sitz des Lebens sein. So ist bis heute das Wort Blut bis heute eine Umschreibung für Leben: z. B: Blutvergießen bedeutet Töten! Wenn Jesus sagt, wir sollen sein Blut trinken, dann meint er damit, ähnlich wie beim Fleisch, dass wir sein Leben verinnerlichen sollen. Jesu Blut trinken bedeutet also, ihm nachfolgen, sich sein Leben und Beispiel zu eigen machen.
Jesu Fleisch essen, oder sein Blut trinken bedeutet also das selbe: leben wie er gelebt hat und für uns bedeutet das auch, mit ihm eins werden in der Kommunion. Wer sein Fleisch isst und sein Blut trinkt, der verinnerlicht Jesus und kann so Jesus durch sich wirken lassen. Jesus ist in ihm und so kann der Mensch die Liebe Gottes weitergeben und mit Gott verbunden bleiben über den Tod hinaus. Wenn Jesus in uns ist, wenn wir sein Leben und Wirken verinnerlicht haben und tun was er getan hat, dann werden wir auch mit ihm auferstehen und in Ewigkeit bei Gott leben.